Willkommen beim Niersverband
Willkommen beim Niersverband

Hochwasserrückhaltebecken Geneicken

Bedingt durch die immer stärkere Versieglung der Flächen im Einzugsgebiet der Niers und den Ausbau einer leistungsfähigen Kanalisation seit den 50er Jahren hat sich der Hochwasserabfluss am Oberlauf der Niers stetig verschärft. Dadurch wächst die Gefahr von Überschwemmungen. Um insbesondere der Überflutung von Verkehrsanlagen, Siedlungsgebieten, Gewerbegebieten und des Flughafens in Mönchengladbach nachhaltig vorzubeugen, hat der Niersverband das Hochwasserrückhaltebecken Geneicken geplant.

Das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) wird westlich der Niers im Stadtteil Geneicken zwischen dem Bresgespark und dem Schloss Rheydt angelegt. Der Rückhalteraum gliedert sich in zwei Beckenteile. Sie sind durch eine Verwallung mit innenliegender Spundwand begrenzt. Damit ist für die erforderliche Dichtheit und Standsicherheit auch unter den starken Belastungen des Hochwassers gesorgt. 

Die beiden Becken sind über Durchlässe miteinander verbunden. 
Sie haben zusammen eine Größe von rund 23 ha und ein Speichervolumen von ca. 200.000 m³. Die Einström- und Entleerungsvorgänge werden durch ein neues Wehr in der Niers gesteuert.

Meist wird das Hochwasserrückhaltebecken als Grünfläche zu erleben sein. Bei Hochwasser wird es teilweise eingestaut und zeitversetzt wieder entleert. Erst bei außergewöhnlichen Regenereignissen kommt es zu einer vollständigen Füllung beider Beckenteile.

Naherholung

Bei der Planung wurde großen Wert darauf gelegt, die Ansprüche des Hoch-wasserschutzes mit denen der Naherholung in Einklang zu bringen. Für die Rad- und Fußwegeverbindungen wurde ein eigens erarbeitetes Wegekonzept entwickelt. Die durchgehende Verbindung des Niersgrünzugs bleibt erhalten. Künftig wird der Bereich der Ein- und Auslaufschwelle des Beckens aus Sicherheitsgründen nicht begehbar sein. über eine neue Niersbrücke und das brückenähnlich gestaltete Wehr in der Niers werden Fußgänger und Radfahrer diesen Bereich passieren können.

Besonderheit: Bodendenkmalschutz

Eine Besonderheit stellt die mitten im Beckenraum befindliche archäologische Fundstelle aus der Mittelsteinzeit (Mesolithikum) dar. Sie ist eine von nur zweien dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Amt für Bodendenkmalpflege wurden Vorgehensweisen abgestimmt, die sicherstellen, dass im Zuge der Baumaß-nahmen keine Funde zerstört werden. Archäologen begleiten die Bautätigkeit über einen längeren Zeitraum. Die Bauabläufe wurden im Vorfeld einvernehmlich so geplant, dass Behinderungen zwischen der Herstellung des Hochwasserrückhaltebeckens und den Ausgrabungen ausgeschlossen sind.

Die ersten Funde aus fünf verschiedenen Epochen (u. a. Mittelsteinzeit, späte Altsteinzeit, Römerzeit) wurden im November 2013 der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Baubeginn war Anfang 2013. Die Bauzeit beträgt zwei bis drei Jahre. Die Gesamtkosten betragen rund 15 Mio. €.