Willkommen beim Niersverband
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Pressemitteilung

07. Juni 2022

Niersverband unterstützt Forschungsprojekt COVIDready

Der Niersverband unterstützt mit seiner Kläranlage in Mönchengladbach-Neuwerk ab sofort das Forschungsprojekt COVIDready. Damit trägt er künftig zusammen mit dem Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen e V. (FiW) und weiteren Partnern durch ein regelmäßiges Monitoring im Abwasser zum Aufbau eines abwasserbasierten SARS-CoV-2 Frühwarnsystems bei.

 

Die EU-Kommission empfiehlt in allen Städten über 150.000 Einwohnern nationale, abwasserbasierte SARS-CoV-2 Überwachungssysteme mit regelmäßigen Probeentnahmen und Meldungen an die zuständigen Gesundheitsämter aufzubauen. In diesem Zusammenhang ist 2021 das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundvorhaben COVIDready entstanden. Ziel des Projektes ist es auf der Basis einer umfassenden Abwasseranalytik Grundlagen für ein nationales Corona-Monitoringsystem zu schaffen und damit zum Aufbau eines entsprechenden Frühwarnsystems beizutragen. Es ist geplant, einen teilautomatisierten Prozess zu definieren, der den SARS-CoV-2 Testablauf detailliert beschreibt.

Ursprünglich waren fünf Kläranlagen mit entsprechenden Abwasserproben-Entnahmestellen an COVIDready beteiligt. Im Rahmen des noch bis zum Frühjahr 2023 laufenden Projektes wurden nun die Probenentnahmestellen um weitere vier Kläranlagen-Standorte aufgestockt. Darunter ist auch die vom Niersverband betriebene Kläranlage in Mönchengladbach-Neuwerk. Hier wird künftig am Zulauf der Anlage zweimal wöchentlich je eine Abwasserprobe über den Zeitraum von 24 Stunden entnommen. Anschließend wird die jeweilige Probe zum Labor geschickt und dort ausgewertet. Der Niersverband engagiert sich gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Mönchengladbach in diesem Projekt.

„Neben dem Aufbau eines SARS-CoV-2 Frühwarnsystems ist es denkbar, die Forschungserkenntnisse künftig auch zum Nachweis anderer Viren im Abwasser weiterzuentwickeln“, erläutert die Vorständin des Niersverbandes, Frau Bauass. Dipl.-Ing. Sabine Brinkmann. „Wir freuen uns, ein Teil des COVIDready Projektes sein zu dürfen und so die Möglichkeit zu haben, an einem wichtigen Baustein der zukünftigen Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung mitzuarbeiten.“

 

Abbildung: Abwasser-Probe auf der Kläranlage Mönchengladbach-Neuwerk im Rahmen des COVIDready Projektes.

 

Weitere Informationen:

Warum gibt es SARS-CoV-2 Abwasseranalysen & –monitoring?

Das Abwasser gibt Auskunft darüber, wie weit das Virus verbreitet ist und welche Varianten vorherrschen: Die meisten Menschen, die sich infiziert haben, scheiden SARS-CoV-2-Erreger mit ihrem Stuhl aus, selbst wenn sie keine Symptome haben oder diese erst später entwickeln. Spuren des Virus lassen sich so sieben bis zehn Tage bevor eine Coronainfektion per Test bestätigt wird, im Abwasser nachweisen. Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, diese schnelle und verlässliche Quelle für Informationen zum Virus und seinen Varianten künftig flächendeckend zu nutzen und schnellstmöglich nationale Abwasserüberwachungssysteme einzurichten. Sie können den Behörden als zusätzliches Hilfsmittel dienen, um Entwicklungen zu verfolgen und Entscheidungen zu Maßnahmen zu unterstützen.

Was beinhaltet das Projekt COVIDready?

Das Verbundprojekt COVIDready verfolgt das Ziel, einen praxistauglichen Prozess zu etablieren, der es abwassertechnischen Laboren erlaubt, mit vorgefertigten Testkits sowohl die Viruslast anhand des SARS-CoV-2 Genmaterials im Abwasser zu quantifizieren wie auch als Frühwarnsystem für die Ausbreitung von besorgniserregenden Virus-Varianten zu dienen. Um eine schnelle Meldung der Ergebnisse an die zuständigen Gesundheitsämter zu ermöglichen, werden Schnittstellen und Kommunikationswege zwischen der Wasserwirtschaft und dem öffentlichen Gesundheitsdienst aufgebaut.

Weitere Informationen zum Projekt: www.covidready.de

Wer ist der COVIDready Projektträger bzw. -leiter und welche Projektpartner gibt es?

Das Verbundprojekt COVIDready wird vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut, einer unabhängigen Dienstleistungseinheit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Projektleitung bzw. -koordination unterliegt dem gemeinnützigen FiW (Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen e V). Verantwortlich für die Aufbereitung und Analytik der anfallenden Wasserproben ist das Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) der RWTH Aachen. Weitere bisherige Projektpartner sind u. a. das Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt, die Emschergenossenschaft/ Lippeverband, Kommunen und Gesundheitsämter.

 

 

Ansprechpartnerinnen Presse

Margit Heinz

Tel.: 02162 3704 105

presse(at)niersverband.de


Michaela Heitkemper

Tel.: 02162 3704 540

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