Willkommen beim Niersverband
Willkommen beim Niersverband

Pressemitteilung

21. Februar 2019

Erste Arbeiten zur Umgestaltung an der Niers im Naturschutzgebiet Fritzbruch starten

Der Niersverband wird im laufenden Jahr zwischen Süchteln und Oedt im Naturschutzgebiet Fritzbruch umfangreiche Umgestaltungs- und Renaturierungsmaßnahmen an der Niers durchführen. "Die Optimierung von Flächen als Lebensraum für seltene und bestandsgefährdete Watvögel geht damit einher" stellt Dr. Wilfried Manheller, Leiter der Abteilung Gewässer und Labor beim Niersverband heraus.

Der Bau der notwendigen Wehre, die eine zielgerichtete Flutung der Niersaue ermöglichen, kann erst im Sommer erfolgen. Um eine Störung und Beeinträchtigung dann eventuell vorhandener Vogelbruten auf den Flächen zu verhindern, wird der Niersverband in der letzten Februarwoche auf insgesamt einem Hektar Fläche die Vegetationsschicht abschieben. Betroffen sind die Bereiche, in denen später die Wehre gebaut werden und die Flächen, auf denen die Baustraße errichtet wird. Rund um die abgeschobenen Flächen wird vorsorglich noch ein Areal mit Flatterbändern ausgestattet. Sowohl das Abschieben der Vegetationsschicht als auch die Vergrämungsmaßnahmen durch Flatterbänder dienen dazu, Bruten in diesen Bereichen zu vermeiden und die Vögel hierdurch vor Schäden bei Baubeginn zu schützen.

Für die geplanten Umbaumaßnahmen ist zudem die Entnahme einzelner Gehölze in der Nähe der Baustraßen und der Rückschnitt von Gehölzen an den Zufahrten notwendig. Auch diese Arbeiten müssen bereits jetzt, in der Zeit der Vegetationsruhe, außerhalb von Brutzeiten, durchgeführt werden.

In Absprache mit einem Naturschutzverband werden weiträumig Amphibienzäune aufgestellt. Dadurch wird sichergestellt, dass keine Amphibien die Baufelder durchwandern und Schaden nehmen können.

"Die Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Viersen umgesetzt." hebt Andreas Budde, Umweltdezernent des Kreises Viersen hervor.

Das Gesamtprojekt zur Renaturierung der Niers im Bereich Fritzbruch wurde im Rahmen eines aufwendigen Planfeststellungsverfahrens durch die Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt.

Hintergrundinformationen zum Projekt "Fritzbruch"

Zwischen der alten Bahnlinie und der Straße "Fritzbruch" in Viersen-Süchteln fließt die Niers heute auf rund 700 m Länge geradlinig und in einem naturfernen Ausbauzustand. An dieser Stelle liegt die Betriebsstelle Süchteln des Niersverbandes. Hier befinden sich ein Abwasserpumpwerk, das die Abwässer aus Süchteln zur Pumpstation Viersen fördert, sowie ein Regenüberlaufbecken zum Zwischenspeichern von Mischwasser. An der Niers soll in diesem Abschnitt ein mehrfach verzweigtes naturnahes Gewässersystem entstehen. Ein alter, heute verfüllter Verlauf der Niers bildet dabei einen flachen Geländerücken, der mit geringen zusätzlichen Aufschüttungen im Gelände einen einstaubaren Bereich vom Rest der Aue trennt. Hierdurch wird ermöglicht, Teilflächen gezielt zu überstauen, um künftig entsprechend den Zielvorgaben für das Naturschutzgebiet (Landschaftsplan Nr. 6 "Mittlere Niers") geeignete Brut- und Nahrungsräume für Wiesen- und Watvögel zu entwickeln. Dies bietet gleichzeitig die Möglichkeit, Abschläge aus dem Regenüberlaufbecken der Betriebsstelle Süchteln zurückzuhalten und gedrosselt in die Niers zu leiten.

"Damit dient die Maßnahme gleichsam den Zielen von Naturschutz, Ökologie und Wasserwirtschaft." fasst Prof. Dr.-Ing. Dietmar Schitthelm den Zweck der Maßnahme zusammen.

Ansprechpartnerin Presse

Margit Heinz

Tel.: 02162 3704 105

presse@niersverband.de