Willkommen beim Niersverband
Willkommen beim Niersverband

Pressemitteilung

20. Dezember 2018

Verbandsversammlung des Niersverbandes am 20.12.2018

Hintergrundinformationen zur Rede des Vorstandes, Professor Dietmar Schitthelm 

Baubericht

Traditionell hat Dr. Ulrich Otto die Aufgabe übernommen, über die aktuellen und geplanten Bauprojekte des Niersverbandes zu berichten. Er geht dabei insbesondere auf den Bau der Überleitung von der Kläranlage Wetten zur Kläranlage Geldern ein. Die Bauarbeiten sind im zurückliegenden Jahr gut vorangeschritten, so dass bereits ¾ der Druckleitung in grabenloser Verlegetechnik eingezogen werden konnten. Die Fertigstellung ist für Mitte 2019 vorgesehen. Auf der Kläranlage Geldern sind der Bau einer maschinellen Schlammeindickung, eines Blockheizkraftwerkes sowie einer Holzhackschnitzelheizung mit Vorratsbunker geplant. Die einzelnen Einrichtungen sollen zusammen mit der erneuerten Elektroschaltanlage in einer neuen Halle installiert werden. Nach dem Abbruch bzw. Verlegung einer Kompostfilteranlage und einer Pumpstation zur Räumung des Baufeldes wurde im Rahmen der Gründungsarbeiten die Ver- und Entsorgungsleitungen für die Aggregate sowie Vor und Rücklaufleitungen für die verschiedenen Schlamm- und Heizkreise verlegt und der Bau der Halle begonnen. Die Fertigstellung ist Anfang 2020 geplant. Am Standort der Kläranlage Mönchengladbach-Neuwerk wird aus dem in den Faulbehältern anfallenden Faulgas in BHKW-Anlagen Strom und Wärme überwiegend für den eigenen Verbrauch erzeugt. Der mittlerweile 45 Jahre alte Trockengasbehälters, der Schwankungen zwischen Gaserzeugung und -verbrauch ausgleicht, ist stark sanierungsbedürftig. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass ein zweiter Gasbehälter für den Standort erforderlich ist. Somit ist die Errichtung von zwei neuen Gasbehältern vorgesehen. Nach dem Neubau einer Biofiltereinheit als vorbereitende Maßnahme wurde mit dem Bau der Gasbehälter im 4. Quartal 2018 begonnen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2020 vorgesehen. Für die vorgestellten Maßnahmen sind Gesamtinvestitionen von 21 Mio. € vorgesehen.

Bericht des Vorstandes

Nach dem Baubericht von Dr. Ulrich Otto berichtet Prof. Dietmar Schitthelm über die weiteren Themen des Jahres.

Nierswetter 2018

In den letzten Jahren hat der Niersverband immer wieder von ungewöhnlichen Starkregenereignissen und Sommerhochwasser als mögliche Zeichen des Klimawandels berichtet. Erst 2016 fand durch die Niederschlagsereignisse zwischen dem 31. Mai und 20. Juni im mittleren und nördlichen Verbandsgebiet das größte Hochwasserereignis seit Beginn der Messungen an der Niers statt. Dieses Jahr hingegen war geprägt durch eine extrem lange Trockenheit mit entsprechend außergewöhnlich geringen Abflüssen in der Niers. In den Medien waren hierzu Schlagzeilen wie Jahrhundertsommer, Turbosommer, Dürre, ausgetrocknete Nette, etc. fast täglich zu lesen. Insbesondere die anhaltend hohen Temperaturen im Juni und Juli brachten für die Lebewesen in der Niers große Risiken mit sich. Bei Höchsttemperaturen im Wasser von über 25 Grad Celsius kann dieses kaum noch Sauerstoff aufnehmen, so dass bei möglichen Mischwassereinleitungen jederzeit die Gefahr von Fischsterben bestanden hat. So konnten während der gesamten Wassersportsaison infolge der geringen Wasserstände in der Niers keine Floßfahrten stattfinden. Lediglich die Paddeltouristen hatten noch genug Wasser unterm Kiel und konnten vor allem in den naturnahen Umgestaltungen in Geldern und Kevelaer eine außerordentlich positive Entwicklung der Niers erleben. Im Bereich Binnenfeld bei Kevelaer-Wetten entsteht gerade auf mehreren Hektar Fläche ein natürlicher Erlen- und Weidenauewald, der diese Gewässerabschnitte in einigen Jahren beschatten wird. Der überwiegende Teil davon entsteht durch natürliche Eigenentwicklung. Der dann durch die Baumkronen gespendete Schatten lässt in diesen Abschnitten das Wasser wieder kühler werden. Ob es sich wirklich um einen Jahrhundertsommer an der Niers gehandelt hat, wird im diesjährigen Jahresbericht des Niersverbandes näher beleuchtet. Sicher ist, dass wir uns auch zukünftig regelmäßig auf extreme Wetterlagen einstellen müssen. Das wirksamste Mittel, Hochwasserereignissen - wie auch extremen Hitzeperioden - zu begegnen, ist die weiterhin konsequente Umsetzung des Masterplans Niersgebiet. Die so entstehenden Ersatzauen dienen gleichzeitig dem Schutz vor hohen Abflüssen wie auch der "Kühlung" der Niers. Dies ist aber nur eine von vielen Herausforderungen, der sich der Verband auch zukünftig stellen wird. Aktuell nimmt beispielsweise die Diskussion über die Entfernung von Spurenstoffen aus dem Abwasser "an Fahrt auf" und wird uns in den nächsten Jahren zusätzliche Investitionen verursachen.

Gewässerprojekte

Der trocken heiße Sommer hatte jedoch auch positive Effekte. So konnten die Bauarbeiten beim Gewässerprojekt Kessel schneller durchgeführt werden, als geplant. Bereits im September 2018 starteten nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts - Kranenburger Straße die Arbeiten am Abschnitt Romberg. Sollten weiterhin gute Bedingungen herrschen, ist mit einer Fertigstellung des gesamten Projektes im Sommer 2019 zu rechnen. Aufgrund des schnellen Vorankommens kann mit dem Bau weiterer Projekte im kommenden Jahr früher gestartet werden.

Wirtschaftsplan 2019

In der konstituierenden Verbandsversammlung im Juli 2018 stimmten die Delegierten über drei Varianten für die erforderliche Beitragsanpassung ab. Mehr als die Hälfte stimmten dabei für die Variante, bei der die Haushaltskonsolidierung des Verbandes in drei Schritten erfolgen wird. Dazu sind in den kommenden drei Jahren ab 2019 jeweils Beitragserhöhungen von ca. 14 % vorgesehen.

Personal

Durch die Neubesetzung der Personalrecruitingstelle in der Personalabteilung konnten die im Wirtschaftsplan 2018 eingestellten Stellen bis auf vier Stellen besetzt werden. Hierbei zeigte sich, dass fast nur noch Berufsanfänger geworben werden konnten. Der Niersverband ist dabei, hier eine Strategie zu entwickeln, um Personal zu werben und auch zu halten. Dazu gehört auch die Ansprache von jungen Leuten im Bereich der Ausbildung. Ein Baustein, der im Herbst 2018 fertig geworden ist, ist der neue Azubifilm. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit einer Schülerfirma der Gesamtschule Nettetal und Auszubildenden aus dem Verband entwickelt und gedreht.

Ansprechpartnerin Presse

Margit Heinz

Tel.: 02162 3704 105

presse(at)niersverband.de