Willkommen beim Niersverband
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Pressemitteilung

26. November 2020

Bresgespark: Ein neues Bett für die Niers - Der Niersverband beginnt Anfang Januar mit der Renaturierung

Die Vorarbeiten zur Renaturierung des Niersverlaufs im Bresgespark beginnen. Die entsprechend genehmigten Planungen stellte der Niersverband jetzt in der Bezirksvertretung Süd und im Ausschuss für Umwelt und Mobilität vor.

Der Niersverband wird die bisher in einem geraden Verlauf angestaute Niers in mehreren Schleifen neu gestalten. Durch Uferabflachungen, Anlegen von Flutmulden und Senken wird die Niers wieder in einen naturnäheren Zustand zurückversetzt. Mit dieser Umgestaltung werden nicht nur natürliche Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten im Gewässer und in der Aue wiederhergestellt. Durch den Abbau von zwei Wehranlagen, die bisher die ökologische Durchgängigkeit der Niers verhindert haben, können beispielsweise wieder Fische ungestört die Niers auf- und hinabschwimmen - ein wichtiges Kriterium für ein intaktes Fließgewässer.

Aber nicht nur in Sachen Naturschutz und Naherholung ist die Niersumgestaltung zukunftsweisend: Die Umgestaltung schafft vielmehr auch die Voraussetzung, die Entwässerungsleistung des Regenwasserkanals Rheydter Bach deutlich zu vergrößern und Rückstauschäden im Stadtgebiet durch Starkregenereignisse zu reduzieren. Durch diese Maßnahme kann auf kostenintensive Rückhaltebecken aus Beton verzichtet werden. „Mit diesem Projekt wird ein weiteres Teilstück des innovativen Masterplans Niersgebiet umgesetzt,“ erläutert Dr. Wilfried Manheller, Leiter der Abteilung Gewässer beim Niersverband und stellvertretender Vorstand. Dem Gewässer wird dabei mehr Raum für die Aufnahme von Niederschlagswasser gegeben, die ökologischen Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie werden umgesetzt und die Einleitung des Niederschlagswassers in die Niers kann gewässerverträglich gestaltet werden. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 8,5 Millionen Euro. „Rückhaltemaßnahmen aus Beton würden fast dreimal so viel kosten und keine Vorteile für die ökologische Entwicklung von Niers und Bresgespark ergeben,“ ergänzt Manheller.

Die Renaturierung erfordert allerdings einen langen Atem. Die Umgestaltungsmaßnahmen werden insgesamt rund drei Jahre in Anspruch nehmen. Die vorbereitenden Maßnahmen beginnen im Januar. Dann sind zunächst zahlreiche Baumfällungen unumgänglich, um die neue, naturnähere und deutlich verlängerte Niers anlegen zu können. Die gefällten Bäume werden durch standortgerechte ersetzt. Der durch die Fällungen zunehmende Lichteinfall wird die Pflanzen- und Tierwelt der Auenlandschaft reaktivieren, so dass sich die ökologische Vielfalt im Bresgespark bereits parallel zu den Baumaßnahmen verbessern wird.

Darüber hinaus werden linksseitig auch archäologische Untersuchungen durchgeführt. Eine hier verlaufende Gasleitung muss außerdem tiefer gelegt werden. Der Anschluss des neuen Nierslaufs und die Verfüllung eines Teilabschnitts des heutigen Niersbettes ist für Sommer/Herbst 2022 vorgesehen. Ende 2023 soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein. Das vorhandene Wegenetz im Bresgespark bleibt weitgehend erhalten und begehbar.

„Die Renaturierung der Niers ist ein wegweisendes Projekt, das nicht nur die ökologische Diversität erhöht und als Naherholungsraum massiv zur Lebensqualität beiträgt, sondern auch den Hochwasserschutz deutlich verbessert. Beides ist heute miteinander vereinbar“, so Stadtdirektor und Umweltdezernent Dr. Gregor Bonin.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können bei einem virtuellen Spaziergang durch den Bresgespark zusammen mit Vertretern des Niersverbandes am 27.11.2020 um 14:00 Uhr sich über den genauen Ablauf der Umgestaltung tiefergehend informieren und Fragen stellen. Informationen zur Teilnahme an dieser Veranstaltung finden sich auf der Homepage www.niersverband.de.

Ansprechpartnerin Presse

Margit Heinz

Tel.: 02162 3704 105

presse(at)niersverband.de